Über diesen Blog
Einerseits erleben wir gerade eine große Neubewertung der Kunstgeschichte. Künstlerinnen, vor allem ältere, gewinnen an Terrain. Museumsdirektorinnen und Kuratorinnen setzen Namen jener auf ihr Programm, die zuvor gefehlt haben. Eine jüngere Generation erkennt, dass die Sache mit dem Feminismus noch lang nicht erledigt ist, findet neue künstlerische Wege, damit umzugehen und kann dabei ganz schön witzig sein. Andererseits sind wir von einer echten Gleichstellung noch weit entfernt: Der Gender Pay Gap ist in der Kunst wohl noch um einiges höher als in anderen Berufen, und dort, wo es um die ganz großen Preise am Kunstmarkt geht, sind Frauen unterrepräsentiert. Und das in einer Branche, die sich so aufgeklärt gibt. Der Blog von Nina Schedlmayer wirft ein Licht auf Künstlerinnen, die gerade wieder entdeckt werden und solche, die in ihrer Arbeit feministische Standpunkte beziehen. Hier wird die Präsenz von Künstlerinnen im Museum beleuchtet und manchmal – lästig, lästig! – nachgezählt, wie hoch die Frauenquote in dieser Ausstellung und jenem Jahresprogramm ist.
Denn wir brauchen nicht weniger, sondern mehr Feminismus.
Über Nina Schedlmayer
Warum kann ein lackiertes Regal Kunst sein? Diese Frage stand am Anfang. Nach dem Studium der Kunstgeschichte tingelte Nina Schedlmayer erst mal durch Galerien. Nach einigen Jahren in der Artothek in Krems begann sie 2004, als selbstständige Journalistin und Kunstkritikerin für zahlreiche Medien zu schreiben, darunter das österreichische Nachrichtenmagazin Profil (bis 2023), die Kunstzeitschriften Parnass und Weltkunst sowie das Handelsblatt. Seit 2019 ist sie Chefredakteurin der niederösterreichischen Kulturzeitschrift morgen, seit 2022 verantwortet sie gemeinsam mit Astrid Kuffner das Onlinemagazin Art & Science Krems. 2021 erschien ihre Biografie über die feministische Künstlerin Margot Pilz, 2025 ihr viel beachtetes Buch „Hitlers queere Künstlerin. Stephanie Hollenstein. Malerin und Soldat“. Sie verfasst Katalogbeiträge, moderiert Podiumsdiskussionen und hält Eröffnungsreden. Meistens gar nicht zu feministischer Kunst. Gelegentlich kuratiert sie auch Ausstellungen. Mit fantastischer Frauenquote. Mehr dazu hier.
Das Regal war übrigens von Donald Judd. Charlotte Posenenske war damals ziemlich unbekannt. Ebenso wie Sofonisba Anguissola, Michaelina Wautier, Hannah Höch, Anni Albers und Artemisia Gentileschi, diese Ikone der feministischen Kunstgeschichte. Von ihr hat sich dieser Blog, ganz ohne Genierer, den Namen ausgeborgt. In dem wunderbarerweise auch noch die art oder arte drinnen steckt.
